Die Geschichte des TKD

Taekwondo ist eine Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat und jetzt in seinem Ursprungsland Korea auf einer rund 1800 Jahre alte Tradition zurückblickt. Um die Entstehung des Taekwondo zu beschreiben, muss man sich etwas mit der Geschichte Koreas beschäftigen.

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt:

Altkoreanische PagodeKOGURYO im Norden, BAEK JE im Südwesten und SILLA im Südosten, wobei KOGURYO flächenmäßig bei weitem das Größte war. Dies führte dazu, dass die beiden südlichen Länder BAEK JE und SILLA in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten. Vor allen für SILLA wirkte sich dies insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden musste. Man erkannte hier, dass eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man viele Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten.

Subak KämpferAm Anfang entstand eine einfache Kampftechnik „SUBAK“, in der vorwiegend HandtechnikenSubak Kämpfer angewendet wurden. Die lange Erfahrung im Umgang mit wilden Tieren, sowie sorgfältige Beobachtungen ihrer Angriffs- und Verteidigungstechniken brachte den Menschen der damaligen Zeit dazu, diese Beobachtungen auszuwerten, so dass sie – übertragen auf die menschlichen Bewegungsabläufe – ein sehr effektvolles Kampfsystem ergaben. Diese Anfänge der Kampfkunst lassen sich über Höhlenmalerei bis ins Jahr 37 vor Christi zurückverfolgen.

Hwarang KriegerUm die Volksbildung weiter zu verbessern, wurde unter anderem im 6. Jahrhundert nach Christi Hwarang-Do Kriegervon dem König CHIN-HUNG das HWARANG-DO gegründet. In dieser Organisation wurde die talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und das Ideengut des ZEN unterrichtet. Dieses Ideengut wendet man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an. Damit war der Grundstein für die Entstehung des TAEKWONDO gegeben. Für die HWARANG-DO-Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des ZEN eine unüberwindliche Stärke, die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der drei Königreiche unter der Leitung SILLAS führte.

Taekyon & Subak KämpferIn der folgenden SILLA-Dynastie wurde TAEKYON 800 Jahre lang weitergepflegt und vervollkommnet. Da aber der äußere Anlass der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes und die Entwicklung des DO stagnierte – das TAEKYON erlebte Höhen und Tiefen. Als im 14. Jahrhundert die LEE-Dynastie folgte, wurde das TAEKYON nur noch von kleinen Gruppen am Leben gehalten. In verschiedenen Provinzen Koreas wurde es stark mit chinesischen Techniken durchsetzt.

Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen und TAEKYON wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Damit war der Anlass, der das TAEKYON zu seiner einstigen Blüte geführt hat, wieder gegeben.: Die Bedrohung von außen. Gerade das führte dazu, dass das TAEKYON von neuem ausgeübt und gepflegt wurde und auch diese schlimme Zeit ohne Schaden überstand. Insgesamt entwickelte es sich nun zu einem Volkssport.

Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das TAEKYON der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es erfolgte eine schnelle allgemeine Verbreitung dieser Kampfkunst. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General CHOI HONG HI mit der Aufgabe, das TAEKYON neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen. Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem die höchsten DAN-Träger Koreas angehörten, den Namen TAEKYON in TAEKWONDO, was soviel wie „der Weg des Fußes und der Hand“ heißt.

Großmeister Choi Hong-HiFür die schnelle weltweite Verbreitung waren vor allem CHOI HONG HI und KWON JAE-HWA verantwortlich. Ihre Initiativen und Auslandsreisen war es zu verdanken, ,dass die Sportart TAEKWONDO über die Grenzen Koreas hinaus in alle Welt getragen wurde. Für eine weitere Verbreiterung sorgten die amerikanischen Soldaten, die im Koreakrieg (1950 – 1953) Bekanntschaft mit diesem Kampfsystem machten.Großmeister Kwon Jae-Hwa

In Korea ist TAEKWONDO mittlerweile zu einer Massenbewegung geworden und gehört zu den Pflichtfächern der Polizei- und Militärakademie. 1965 war General CHOI HONG HI Botschafter in Deutschland und förderte hier die Entwicklung des TAEKWONDO. Zunächst war TAEKWONDO ab 1968 eine Abteilung des Deutschen JUDO BUNDES, im Jahre 1980 wurde die IBF DEUTSCHLAND gegründet, bevor am 20.06.1981 der deutsche Fachverband – die DEUTSCHE TAEKWONDO UNION – gegründet wurde.

Bereits 1968 gab es die ersten Deutsche Meisterschaften.

1973 fand in Korea die erste Weltmeisterschaft statt.

Heute werden bei den, alle zwei Jahre stattfindenden, Welt- und Europameisterschaften über 80 Länder registriert. Dadurch wurde TAEKWONDO auch höchste sportpolitische Ehre zuteil; d. h. Aufnahme in das olympische Programm: 1988 und 1992 war TAEKWONDO Demonstrationssportart bei den Olympischen Sommerspielen. Im Jahr 2000 fand in Sydney das erste olympische TAEKWONDO-Tunier statt.

Die meisten Menschen wollen TAEKWONDO erlernen, um sich in einer Notsituation besser verteidigen zu können oder um das Kämpfen an sich zu lernen. Wenn man aber längere Zeit in den TAEKWONDO-Unterricht geht, stellt man fest, dass TAEKWONDO viel mehr bedeutet als nur kämpfen, verteidigen und sich körperlich fit zu halten. Man erlernt mehr und mehr das „DO“.

Diese Kampfkunst heißt u.a. „LEBENSWEG“.

Das bedeutet: Man lernt sich und andere zu respektieren, man denkt mehr über das nach was man tut, man wird ausgeglichener. Körper und Geist kommen immer mehr zusammen bis sie irgendwann einmal eins sind – je mehr man vorschreitet.

Ein Zitat von General CHOI HONG HI:

Der Endzweck des TAEKWONDO richtet sich darauf, einen Kampf nicht stattfinden zu lassen! Taekwondo ist eine Kunst, die auf eine bestimmte Denkweise und einen bestimmten Lebensstil hinausläuft und die insbesondere darauf abzielt, ein Moralgefühl zu vermitteln und den Boden für Gerechtigkeit zu bereiten.